Bericht von Hinderk Troff aus dem Jahr 1974

Der Ort wird im Heberegister der Abtei Werden an der Ruhr um das Jahr 1000 als "Aldonthorpe" geführt. Er gehört zu den ältensten des Rheiderlandes. Die mit Efeu umsponnene Backsteinkirche mir ihren bis zu 1.20 m starken Mauern wird um 1250 errichtet worden sein.

Durch Artilleriebeschuß im April 1945 war die Südseite der Kirche stark beschädigt worden, sodaß es um 1955 erforderlich wurde, die Außenwand abzubrechen und neu aufzuführen. Die Niedersächsische Klosterkammer gab, da die Kirche unter Denkmalschutz steht, einen Baukostenzuschuß. Die Nordseite der Kirche wurde im Jahre 1964 ebenfalls abgebrochen und neu aufgebaut. Das Kirchendach wurde im Sommer 1975 erneuert.

Die kleine Glocke im östlichen Schalloch des Turmes wurde im Jahre 1609 gegossen. Sie mußte im letzten Kriege abgeliefert werden, befand sich nach Kriegsende aber noch auf dem Glockenfriedhof, wie man so sagte, in Hamburg und konnte der Gemeinde zurückgegeben werden.

Dagegen sind die früheren, aus hellem Messing bestehenden Kronleuchter im Innern der Kirche zerschmolzen worden und mußten nach dem Kriege durch die jetzigen ersetzt werden.

In den Jahren 1960/61 mußte das Gewölbe in der Kirche erneuert werden, das alte abgängige Kastengestühl wurde entfernt und durch bequemere Bänke ersetzt, welche vom Tischlermeister Brandt, Ditzumerverlaat angefertigt wurden.

Die Orgel wurde im Jahr 1870 von dem Orgelbauer Roelfs in Esens für 330 Reichstaler gebaut.

Die Kanzel trägt die eingeschnitzte Jahreszahl 1645 und mußte im Zuge der Kirchenrenovierung neu überholt werden. Sie stand vorher auf dem im Chor der Kirche sich befindenden schweren Taufstein. Als Umschrift sind die Worte Matthäus 24,35: "Himmel und Erde werden vergehen, aber Gottes Wort bleibt ewig" in holländischer Schrift eingekerbt.

Über dem Eingang zum Chor sind Holztäfelchen, welche früher die Umrandung eines kleineren Schalldeckels bildeten, zu finden. Man braucht aber eine Taschenlampe, um diese Inschriften zu erkennen. "Selig sind die, die Wort Gottes höeren und bewahren Lukas 11.28" und "Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort" Joh.8,47.

Im Chor stoßen wir auf eine Grabplatte mit Wappen und folgender Schrift: HIER ONDER RÜST HET STOFVELYKE DEEL VAN DEN WOL EERWARDEN HER HARMANNUS POPPEN ROSENDAL, EN LEEVEN VEL GEAGT EVANGELIE DIE NAAR TE DESER GEMEENTE GEBOREN 27. DEZEMBER 1727, OBERLEDEN 26. APRIL 1768 IN TE 13. JAHRE SYNER BEDIENUNG

Unter dem Fenster nebeneinander noch zwei Grabplatten: Margarete Arnoldi Johannis und Arondi Johannis, von 1638 - 1663 Pastor in Oldendorp.

Der erste Pastor nach der Reformation um 1555 laut Pastorenverzeichnis der Landeskirchen Hannovers und Schaumburg-Lippe in Oldendorp wird Diricus Khönen genannt.

Die ältesten Kirchenbuch-Eintragungen dieser Gemeinde, nachdem das vorige abgeschlossen war und verloren gegangen war, beginnen mit dem Jahr 1723, geführt bis 1727 von Pastor Lubbert Frantzen a Wadwarden.

Seit 1911 sind die Gemeinden Oldendorp und Nendorp zu einer Kirchengemeinde vereinigt. Der Gottesdienstbesuch betrug im vorigen Jahr etwa 12 % der Gemeindeglieder, in Oldendorp etwas höher als in Nendorp. Daß ist aber darauf zurückzuführen, daß Gemeindeglieder von Nendorp und Ditzum hier ansässigwurden und ausnahmslos rege am kirchlichen Leben teilnehmen.

Eine Kirche soll kein Museumstück sein, sondern eine Begegnungsstätte unter dem frohmachenden Evangelium.

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